Welt-Stoma-Tag

Lebensqualität von Stoma-Trägern weiter sichern

25. Welt-Stoma-Tag am 6. Oktober 2018 | Initiative Faktor Lebensqualität warnt vor Einsparungen auf dem Rücken der Betroffenen | Patientenwohl muss Vorrang haben

Die Initiative Faktor Lebensqualität warnt vor einem Qualitätseinbruch bei der Stoma-Versorgung in Deutschland. »Die Krankenkassen versuchen leider weiter, die Kosten in diesem Bereich zu senken. Das gefährdet das Patientenwohl erheblich und sollte von Politik und Gesellschaft nicht hingenommen werden«, sagt Norbert Schütze, Sprecher der Initiative Faktor Lebensqualität, anlässlich des 25. Welt-Stoma-Tages. Mit dem alle drei Jahre stattfindenden Welt-Stoma-Tag, dieses Jahr am 6. Oktober, soll weltweit ein Bewusstsein für die Lebenssituation betroffener Patienten geschaffen werden.

Die Initiative Faktor Lebensqualität kritisiert, dass mehrere Krankenkassen durch Ausschreibungen versuchen, die Preise zu senken - dies auf Kosten der Versorgungs-Qualität. »Obwohl der Gesetzgeber dies mit dem Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz ausdrücklich unterbinden wollte, wird weiter versucht, durch Ausschreibungen und Änderungen bei der Dienstleistungsqualität Kosten einzusparen«, so Schütze. »Dies ist ein Eingriff in die Lebensqualität von Stoma-Trägern, der unbedingt abgewehrt werden muss.«

Hintergrund

Menschen mit einem künstlichen Darm- oder Blasenausgang benötigen Hilfsmittel. Hilfsmittel-Leistungserbringer versorgen Betroffene mit den medizinisch erforderlichen Produkten und beraten bei der richtigen Anwendung. Krankenkassen versuchen im Bereich der Stomaversorgung, aber auch in weiteren nicht-standardisierbaren Versorgungsbereichen, Leistungen auszuschreiben, um sie an den günstigsten Anbieter zu vergeben. Die Initiative Faktor Lebensqualität sieht darin einen Verstoß gegen das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG). Demnach sind Ausschreibungen untersagt, wenn Hilfsmittel individuell angefertigt werden müssen oder die Versorgung mit einem hohen Dienstleistungsanteil verbunden ist. Dies trifft nach Ansicht der Initiative Faktor Lebensqualität regelmäßig auf die Stoma-Versorgung zu. Kritisch sieht die Initiative auch, dass in laufenden Debatten die Dienstleistungsanforderungen an eine Versorgung mit Stoma-Produkten infragegestellt werden – um diese in der Konsequenz schließlich »ausschreibungsfähig zu machen«.

Der Welt-Stoma-Tag wurde von der Internationalen Stomavereinigung IOA (International Ostomy Association) 1991 eingeführt, seit 1993 findet er alle drei Jahre am ersten Sonnabend im Oktober statt. Das Ziel des Tages ist, das Stoma-Tragen zu enttabuisieren und auf die Lebenssituation von Stoma-Trägern aufmerksam zu machen.




Pressekontakt
Kampagnenbüro Initiative Faktor Lebensqualität

c/o Fischoeder Kommunikationsberater
Kadettenweg 6
12205 Berlin
Tel: +49 30 28044697
Email: cf@christof-fischoeder.de
Web: www.fischoeder-kommunikationsberater.de
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Homecare-Versorger sind für Patient:innen mit einem künstlichen Darmausgang oder Blasenkatheter-Anwender:innen unverzichtbar. Sie sind für viel mehr als das benötigte Material zuständig: Sie zeigen, wie die Produkte benutzt werden und geben professionellen Rat. Weiterlesen

  • Bundesweit leiden etwa fünf Millionen Menschen unter Inkontinenz, manche Schätzungen gehen von bis zu neun Millionen Betroffenen aus. Dabei ist das Thema und der Umgang damit für viele Betroffene schambehaftet und oft auch ein Tabu, denn für die meisten Menschen ist es irritierend, wenn sie ihre Harn- und Stuhlausscheidungen nicht mehr kontrollieren können.

    Information und gute Versorgung sind daher essentiell beim Tabuthema Inkontinenz. Weiterlesen

  • Fortschritte bei Vergütung für Persönliche Schutzausrüstung

    »Die Corona-Pandemie verursacht weiter erhebliche Kosten für die Persönliche Schutzausrüstung bei den Hilfsmittel-Leistungserbringern«, sagte Juliane Pohl, Sprecherin der Initiative Faktor Lebensqualität und Leiterin des Referats Ambulante Gesundheitsversorgung des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed). »Wir begrüßen daher die Bereitschaft mehrerer Krankenkassen, hier für eine angemessene Vergütung der dringend notwendigen zusätzlichen Ausrüstung zu sorgen«, so Pohl. Weiterlesen


©1999 - 2021 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik