Ableitende Inkontinenzversorgung (ISK)

Patientenrechte und Hilfe bei Versorgungsproblemen

Die Initiative Faktor Lebensqualität unterstützt die ca. 250.000 Menschen mit künstlichem Darmausgang und Blasenfunktionsstörungen bei konkreten Versorgungsproblemen mit ihren Hilfsmitteln oder ausbleibender Beratung ihren Anspruch durchzusetzen. Mit zunehmendem Kostendruck auf Seiten der Leistungserbringer und Krankenkassen leidet die Qualität der Versorgung. Die betroffenen Menschen erhalten zum Beispiel nach einem Versorgerwechsel nicht mehr die Produkte, die sie brauchen oder sie müssen zum Beispiel Zuzahlungen leisten.

Das führt in den sensiblen und sehr individuellen Versorgungssituationen mit künstlichem Darmausgang und bei Blasenfunktionsstörung dazu, dass die Menschen in ihrer täglichen Lebensweise eingeschränkt werden – entgegen Ihres Versichertenanspruchs. Die Initiative informiert daher Patienten über ihre Rechte und zeigt praktische Wege auf, diese umzusetzen und dabei einer unangemessenen Versorgung zu widersprechen.

Das Heil- und Hilfsmittelversorgungsstärkungsgesetz ist seit April 2017 in Kraft. Mit diesem Gesetz definieren die Bundesregierung und der Bundestag klar, dass bei der individuellen Versorgung im sensiblen Bereich, zu der auch Inkontinenz- und Stoma-Versorgung gehören, nicht auf Kosten der Patienten und Betroffenen gespart werden darf. Deshalb hat die Initiative Faktor Lebensqualität die folgenden Informationen für Betroffene zusammengestellt:



Bei weitergehenden Problemen empfiehlt die Initiative, dass die Patienten sich bei den folgenden Institutionen beschweren.

Bundesversicherungsamt: Das BVA ist Ihr Ansprechpartner bei Beschwerden über die gesetzliche Krankenversicherung

Beim Bundesversicherungsamt können Sie sich beschweren. Dort werden alle Beschwerden gesammelt. Es wird allerdings erst tätig, wenn viele Beschwerden vorliegen. Wenden Sie sich an Abteilung II:

Referat II
Friedrich-Ebert-Allee 38
53113 Bonn
Tel: 0228 / 619-0
Fax: 0228 / 619-1870

Email: poststelle@bvamt.bund.de
www.bundesversicherungsamt.de

Sollte Ihre Krankenkasse nur in bis zu drei Bundesländern aktiv sein, wenden Sie sich außerdem an das zuständige Landesministerium. Eine Übersicht finden Sie zum Beispiel hier:

https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/beschwerde/aufsichtsbehoerden/

Die Patientenbeauftragte – Hilfe für Patienten und Interessenvertretung

Die Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium Ingrid Fischbach ist neue Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten. Die Patientenbeauftragte ist auf Bundesebene für die Interessen der Patientinnen und Patienten da und erhöht deren Gewicht im politischen Entscheidungsprozess.

Schicken Sie Ihre Beschwerde zusätzlich an:

Büro der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie des Bevollmächtigten für Pflege
Friedrichstr. 108
10117 Berlin

Telefon-Kontakt Patientenrechte: 030/18 441-3424

https://www.patientenbeauftragter.de/2-uncategorised/133-handlungsmoeglichkeiten-und-ansprechpartner-in-einer-auseinandersetzung
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Änderungen der Versorgungsverträge für ableitende Inkontinenz-Produkte bei der AOK Nordwest führen bei Betroffenen zu teils gravierenden Nachteilen. Die Initiative »Faktor Lebensqualität« fordert einheitliche Standards, um die lebensnotwendige Versorgung und die Lebensqualität der Betroffenen zu sichern. Mehr

  • BVMed zur Welt-Kontinenz-Woche | „Adäquate  Versorgung mit aufsaugenden Inkontinenzhilfen von Menschen mit Behinderung sicherstellen“

    Der BVMed setzt sich im Rahmen der Welt-Kontinenz-Woche vom 20. bis 26. Juni 2022 dafür ein, die adäquate Inkontinenzversorgung aller Patient:innen sicherzustellen. „Bei Inkontinenz-Patient:innen mit Behinderung kann die Behandlung besonders anspruchsvoll sein, das muss sich in den Versorgungsprozessen und -verträgen widerspiegeln“, erläutert BVMed-Expertin Juliane Pohl. Eine weitere Herausforderung für die Versorgung sei der zunehmende Preisdruck auf Hersteller von Hilfsmitteln zur aufsaugenden Inkontinenzversorgung aufgrund des zunehmenden Spagats zwischen sinkenden Erstattungspauschalen und steigenden Produktionspreisen. „Wir müssen gemeinsam mit den Krankenkassen Lösungen finden, damit eine adäquate Inkontinenzversorgung sichergestellt werden kann“, fordert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Mehr

  • Wenn die Versorgung mit Hilfsmitteln nicht rund läuft

    Gesetzlich Krankenversicherte haben für ihre Stoma- und Blasenkatheter-Hilfsmittel einen gesetzlichen Anspruch auf eine angemessene, kostenfreie Versorgung. Manchmal kommt durch neue Verträge der Krankenkassen zu Veränderungen und Streit. In diesen Fällen haben Betroffene weiter bestehende Rechte. Was steht Patientinnen und Patienten zu, wie ist in einem Streitfall vorzugehen, welche Hilfen gibt es in so einer Situation? Diese Fragen beantwortet die Initiative »Faktor Lebensqualität« in einem neuen Flyer. Mehr


©1999 - 2022 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik