Initiative »Faktor Lebensqualität«

zur Verbesserung der ableitenden Inkontinenz- und Stoma-Versorgung

In Deutschland sind etwa 250.000 Menschen wegen schwerwiegender Funktionsstörungen des Darms oder der Blase auf die dauerhafte Versorgung mit Stoma- und ableitenden Inkontinenzartikeln (Kathetern) angewiesen. Ihr Leben wird dadurch nachhaltig beeinflusst, sind sie doch in allen Lebenslagen mit ihrer Einschränkung konfrontiert. Auf die Anliegen dieser Patienten macht jetzt die Initiative Faktor Lebensqualität aufmerksam. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, für deren spezifische Interessen einzutreten und einen Beitrag für die Verbesserung ihrer Hilfsmittel-Versorgung zu leisten. Die Initiative wird unter dem Dach des BVMed von führenden deutschen Herstellern und Leistungserbringern betrieben. Sie wurde 2013 gegründet und vereint die Hilfsmittel-Unternehmen für die Stoma- und Blasenkatheter-Versorgung.

Ziel der Initiative Faktor Lebensqualität ist es, die Lebensqualität von Stoma-Trägern und Katheter-Patienten zu verbessern. Lebensqualität wird zu einem allgemein anerkannten, messbaren Wirkungsziel in der Gesundheitsversorgung und erweitert somit den bisherigen Fokus auf die Versorgungsqualität. Es gilt, den Qualitätsbegriff in der Gesundheitsversorgung weiterzuentwickeln. Versorgungsqualität zielt auf das Vermeiden von Tod, Krankheit und Schmerzen, auf den sachgemäßen Umgang mit der Funktionsstörung ab.
Mit der Initiative Faktor Lebensqualität soll dagegen das Wohlbefinden dieser Menschen zum Maßstab des Handelns aller Beteiligten gemacht werden.

Wir sind der Überzeugung, dass gute Lebensqualität erhebliche positive Effekte auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und den Zustand des beeinträchtigten Organs des Patienten hat. Dieser ganzheitliche Ansatz erschließt Reserven und kommt somit allen zugute: den Patienten, den Gesundheitshelfern sowie der Versichertengemeinschaft durch Kostenersparnisse.

Die Ziele der Initiative stehen im Einklang mit den erklärten Vorhaben der Politik und zahlreicher Akteure im Gesundheitswesen. Wir wollen mit der Initiative Faktor Lebensqualität den öffentlichen Dialog über die Entwicklung allgemein anerkannter Kriterien für die Bestimmung der Lebensqualität von Patienten, die auf eine individuelle Hilfsmittel-Versorgung in intimen und sensiblen Bereichen angewiesen sind, fördern und beschleunigen. Hierbei soll allen Bestrebungen vorgebeugt werden, die diesem gesamtgesellschaftlichen Ziel zuwiderlaufen und ein Konsens aller Beteiligten in Medizin und Pflege, bei den Krankenkassen, Herstellern und Leistungserbringern sowie den Patienten hergestellt werden.

„Lebensqualität ist für mich, dass mein Leben nicht von der Krankheit, sondern von mir bestimmt wird. Dazu benötige ich die Hilfsmittel, die richtig für mich sind – und nicht die, die jemand anderes für richtig hält.“ Olaf Lüken, 48 Jahre, an Multipler Sklerose erkrankt.

Wir laden alle an diesem Prozess beteiligten Akteure ein, gemeinsam einen allgemein anerkannten Kriterienkatalog zu entwickeln, der als Maßstab für die Lebensqualität bei chronisch kranken und behinderten Menschen gelten kann.

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