Informationen und Fakten zum Thema

Stoma

Der Welt-Stoma-Tag feiert am 6. Oktober 2018 sein 25. Jubiläum. Er soll weltweit ein Bewusstsein für die Lebenssituation betroffener Patienten schaffen. Die Initiative Faktor Lebensqualität hat einige Daten zur Situation von Stoma-Trägern zusammengestellt.

  • Rund 160.000 Menschen leben in Deutschland mit einem künstlichen Darm- oder Blasenausgang
  • Die Bezeichnung »Stoma« kommt aus dem Griechischen und bedeutet »Mund« oder »Öffnung«
  • Bei einem Stoma wird durch eine Operation durch die Haut eine Öffnung nach außen gelegt, ein Stoma kann vorübergehend oder dauerhaft sein.
  • Am häufigsten werden Stomata wegen Darmkrebserkrankungen gelegt, die Anlage eines Stomas kann aber auch wegen schwerer, chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn) notwendig sein.
  • Es gibt verschiedene Stoma-Arten: Der künstliche Darmausgang wird auch »Anus praeter« oder »Enterostoma« genannt, je nach Lage außerdem »Colostoma« (Dickdarmausgang) und »Ileostoma« (Dünndarmausgang), die künstliche Harnableitung nennt sich »Urostoma«.
  • Ein Stoma bedeutet, dass die natürliche Verschlussfunktion des Darms oder der Blase nicht mehr vorhanden ist, Harn oder Stuhl können nicht mehr bewusst gehalten oder entleert werden
  • Zur Aufnahme der Ausscheidungen gibt es verschiedene medizinische Hilfsmittel, mit denen diese aufgenommen werden können und die gleichzeitig die umliegende Haut schützen.
  • Stoma-Experten erklären schon vor und nach der Operation in der Klinik den Umgang mit den Stoma-Produkten; in der Häuslichkeit unterstützen die Hilfsmittelleistungserbringer den Patienten anschließend bei der Auswahl des individuell geeigneten Produkts, versorgen mit den Materialien und den zugehörigen Dienstleistungen. Sie beraten auch bei der weiteren Anwendung und stehen bei Komplikationen oder Veränderungen in der Versorgung zur Verfügung.
  • Für betroffene Patienten ist die Anlage eines Stoma oft lebensrettend und der Umgang damit kein Problem, wie für Sabrina Berning, die sagt: »Das Stoma hat mein Leben gerettet«. Mehr zu ihrer Patientengeschichte
  • Besonders in den ersten Monaten nach der Operation können sich das Stoma oder die umliegende Haut verändern, auch später sind durch Entzündungen oder Gewichtsveränderungen Komplikationen möglich. Die Stoma-Experten der Hilfsmittelleistungserbringer bieten den Patienten in diesen Fällen individuelle Unterstützung an.
  • Krankenkassen versuchen, die Versorgung mit Stoma- und ableitenden Inkontinenz-Hilfsartikeln auszuschreiben. Die Initiative Faktor Lebensqualität sieht darin einen Verstoß gegen das im 2017 verabschiedete Heil- und Hilfsmittel-Versorgungsgesetz (HHVG). Es lässt Ausschreibungen nicht mehr zu, wenn Hilfsmittel individuell angefertigt werden müssen oder die Versorgung mit einem hohen Dienstleistungsanteil verbunden ist. Von Ausschreibungen betroffene Patienten beklagen Verschlechterungen ihrer Versorgung. Details
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